Wie alles begann...

 

Es war im März 2000 als ich meinen Bardino Mix Rüden Picasso bekam. Laut Aussage des Tierheims ein sehr gut sozialisierter Spanier. Freundlich zu jedem und sehr verträglich mit Artgenossen. Als ich damals mit meinen beiden Kinder ins Tierheim kam und sie uns Picasso zeigten, war ich erst überhaupt nicht begeistert von ihm. Er hatte räudiges Fell und sah nicht gesund aus, was sich später dann auch leider bestätigte. Das was mich so an ihm faszinierte waren seine hervorstehenden Augen und das er meine beiden Kinder die damals 11 und 8 Jahre alt, ganz toll fand und ihnen nicht von der Seite wich.

Von seinem schlimmen Krankheitsverlauf möchte ich hier nicht näher berichten. Nur soviel er litt an Babesiose!

Als er bei uns einzog, war er plötzlich nicht mehr an meinen Kinder interessiert, sondern hing wie eine Klette an mir. Die Spaziergänge mit Picasso waren gleich von Anfang an sehr anstrengend. Er bellte und zerrte an der Leine wenn uns Menschen entgegen kamen, bei Artgenossen war es oftmals so schlimm, dass er mir in den Oberschenkel schnappte. Es war für mich nicht klar, wen er warum ankläffte. Mal waren es Männer die ihre Hände in den Manteltaschen hatten, ein anderes mal Frauen mit grellfarbenden Jacken. Kinder in Pink und Lila gekleidet fand er auch nicht sehr spannend. Alles in allem war er an der Leine eine Katastrophe. Wie es dann noch kommen musste fing er auch an unseren Besuch zu verbellen oder auch zu stellen.

So machte ich mich dann auf, eine gute Hundeschule zu suchen. Da Picasso aber schon 13 Monate alt war, war es nicht so einfach. Um es kurz zu machen, bekam ich überall die Antwort, er sei schon zu alt um an diesen Problemen noch zu arbeiten, uns bei einem derart aggressiven Hund wäre es besser ihn wieder ins Tierheim zu bringen. Die schlimmen Dinge die ich noch zu hören bekam, möchte ich hier nicht erwähnen. Schließlich durfte ich dann mal an einem Samstagnachmittag eine Übungsstunde auf einem Rassehundeübungsplatz mitmachen. Ich fuhr also hin, keine Ahnung was mich erwartete, denn am Telefon gab es keinerlei Vorabinformationen. Wir kamen aufs Gelände, Picasso sah die ersten Hunde und schon ging die Post ab. Er zerrte an der Leine, und wollte sich auf die Hunde stürzen. Ich bemühte mich vor all den fremden Leuten eine gute Figur zu machen. Plötzlich hörte ich den schlauen Kommentar, ich solle meinen Mischling doch mal erziehen. Ich stand da vollkommen überfordert, denn schließlich bin war ich doch hergekommen um mir bei der Erziehung meines Hundes helfen zu lassen. Irgendwie hörte ich dann aus allen Richtungen sowas wie gut gemeint Erziehungstipps. „Der brauch mal eine anständige Tracht Prügel, damit er weiß wer das Sagen hat“ „Das lohnt doch nicht mit einem Mischling zu arbeiten“ „Der ist versaut denn kriegst du nicht mehr hin, lass ihn besser einschläfern“ Solche Sätze flatterten in meinem Kopf. Dann ein Lichtblick. Eine auf den ersten Blick nette junge Frau näherte sich uns und sagte wir sollen mit auf die Wiese zu Unterordnung. Okay, ich hatte keine Ahnung was das war, aber wir folgten ihr. Picasso machte einen ziemlichen Aufstand, was mir noch mehr dumme Bemerkungen einbrachte. Auf dem Übungsplatz ging das Drama dann weiter. „Sitz, Platz, Fuß, Kehrtwendung“ tönte es von der jungen Frau. Ich gab mein bestes, aber viele Übungen hatte ich mit Picasso noch nicht geübt. Wir hetzten im schnellen Marsch über die Wiese, und ich war froh als die Stunde dann endlich vorbei war. Zum Abschied sagte mir die junge Frau wann ich wiederkommen solle und das Picasso so lange bis er erzogen ist nicht mit anderen Hunden beim Spaziergang spielen dürfte. Ich war froh das ich jemanden gefunden hatte der sich mir und meinem Hund angenommen hatte und war so motiviert das ich dreimal in der Woche zu diesem Übungsplatz ging. Picasso lernte seine Kommandos eigentlich recht schnell und auf dem Übungsplatz waren seine Probleme fast wie weggeblasen. Aber in alltäglichen Leben änderte sich kaum etwas. Auf meine Fragen was ich tun könnte bekam ich nur zu hören ich müsste strenger mit ihm sein und noch mehr üben. Dann würde sich das alles geben. Ich bekam den Tipp ihm ein Stachelhalsband zu kaufen damit die Spaziergänge für mich einfacher werden. Ja, ich habe es getan und wir hatten keinen guten Erfolg damit, denn nun wurde er noch schneller aggressiv wenn er einen Artgenossen sah. Langsam fing es an in meinem Kopf zu rebellieren. War alles so richtig wie ich es machte? Ich hatte ja eigentlich nur gelernt, wenn Picasso sich nicht benimmt ihm einen anständigen Leinenruck zu verpassen. Ich kaufte mir Bücher über Hundeerziehung, Hundeverhalten und Hundesprache, lieh mir Videos von bekannten Hundeexperten und saugte alles auf was ich finden konnte. Überall lernte ich andere Dinge wie ich es bisher kannte und kam für mich zu dem Entschluss das ich zu viele Dinge falsch gemacht habe. Ich hatte ja nur gelernt falsches zu bestrafen aber das Loben fehlte völlig. Und ich hatte immer vermittelt bekommen das Picasso lerne muss, das ich auch lernen muss daran hatte keiner gedacht. Also fing ich nochmal ganz von vorne an. Ich lobte Picasso für jede noch so kleine Kleinigkeit die er richtig machte und seine Ausbrüche an der Leine versuchte ich so gut es ging zu ignorieren. Endlich machten wir Fortschritte und die Spaziergänge wurden schöner. Beim spazieren gehen kam er an die Schleppleine und hatte so auch die Möglichkeit mal zu schnüffeln. Seine Kommandos lernte er alle artgerecht nochmal neu und hatte plötzlich auch Spaß daran mit mir zu arbeiten. Ich machte mit Picasso die Begleithundeprüfung und durch mein neugewonnenes Wissen half ich dann auch noch anderen Prüflingen bei der Vorbereitung für diese Prüfung. Ich hatte mein ganzes Leben schon so auf meine Hunde ausgerichtet das mir der Gedanke kam das es bestimmt noch mehr Menschen gibt die schwierige Hunde haben und die bestimmt dankbar sind wenn sie irgendwo Hilfe bekommen. Also machte ich im Hundezentrum Hirschmann in Hünfelden die Ausbildung zur Fachfrau in der Hundeerziehung und – ausbildung. Parallel dazu eröffnete ich eine Hundeschule mit – pension. Ich wollte einen Ort schaffen an dem jeder Mensch mit seinem Hund willkommen ist, egal welches Problem Hund und Halter haben. Durch die Beobachtung meiner eigenen Hunde und auch der Gasthunde habe ich viel über das Verhalten von Hunden mit Menschen und ihren Artgenossen gelernt. Diese Beobachtungen sind sehr wichtig für mich, denn dadurch kann ich viel an meine Hund Mensch Teams weitergeben. Die Zeit auf dem Übungsplatz war auch sehr wichtig für mich, denn dort habe ich gelernt wie man nicht mit Menschen und Hunden umgehen soll. Abschließend möchte ich noch schreiben das Picasso ein sehr verträglicher und umgänglicher Hund geworden ist, den ich mit allen Hunden spielen lassen kann und er auch keine Probleme mehr mit fremden Menschen hat. Ich habe gelernt, das jeder Hund Rassebedingt anderes ist. Wir Menschen sollten begreifen das ein Hund ein Lebewesen ist, das seine eigene Persönlichkeit auch behalten sollte. Wenn wir alles abtrainieren, dann beschneiden wir unseren Hund zu sehr in seinem Verhalten das für ihn eine richtige Kommunikation mit Mensch und Hund nicht mehr möglich ist. Wir Menschen müssen lernen mit unseren Hunden zu leben, sie zu verstehen und sie sinnvoll zu erziehen.

Anette Mandt

 

 

 

Unser Team

 

Anette Mandt

Telefon: 02655 9428135

Mobil: 0171 9691121

E-Mail: mithundenleben@t-online.de

Lisa Dicke Maus

Geboren am 14. März 2000

Aufgaben:  Chefin der Hundetruppe, fressen, schlafen und schmusen

 

Lisa ist am 26. September 2011 ihrem treuen Freund Picasso über die Regenbogenbrücke gefolgt.

Picasso unsere Schlafmütze

Geboren am 15. Februar 1999

Aufgaben: Lisas bester Kumpel sein, fressen, schlafen und schmusen 

 

Picasso ist am 8. September 2011 über die Regenbogenbrücke gegangen.

Aysha der Killer ;-)

Geboren am 30. April 2002

Aufgaben: Agility, Bällchen fangen, Katzenfutter klauen

Betty Bienchen

Geboren am 19. Dezember 2005

Aufgaben: Apportieren, Obedience, Longieren, Mantrailing, Zughundesport und rumalbern :-)

 

Yankee genannt Gürkchen

Geboren am 12. April 2009

Aufgaben: Quatsch machen und mit Bolle spielen

Bolle der Grinser

Geboren am  weiß ich leider nicht, weil Fundhund,

Aufgaben: mit Yankee spielen, alles wichtige von der Chefin abgucken, z.zt in Ausbildung zum Hundeplatzchef